gemailt von Marion Tank am Juni 23, 1999 um 14:05:59:
In Reply to: Re: Zusammensetzen gemailt von Thomas am Juni 23, 1999 um 09:29:54:
Hallo Thomas !
Ich kann Deine Bedenken voll verstehen und
gut nachvollziehen warum Du die beiden nachdem Du
die Bisswunden und die kahle Stelle beim
Böckchen entdeckt hast nun doch erst mal getrennt hast.
Die Tiere sind sehr halt sehr wählerisch in der Wahl
ihrer Partner. In der Natur können sie unter hunderten
ihrer Artgenossen wählen und hier bei uns bekommen sie
einfach mal eben irgendein fremdes Chinnie vor die Nase gesetzt.
Das würde ja keinem von uns gut gefallen und die kleinen Chinnies
sind da nicht anders.
Nachdem Dein Chinnie-Girl es deutlich gezeigt hat, was sie von
dem Neuzugang hält (nämlich nix),ist es wirklich besser die beiden
langsam aneinander zu gewöhnen. Ineressanter Weise, scheint er aber
durchaus schon sehr an ihr interessiert, weshalb ich bei den beiden auch
gute Chancen auf eine baldige Versöhnung sehe !
Damit es dazu kommt kannst Du wie folgt vorgehen:
A)Am besten Du läßt Käfige der beiden dicht nebeneinander stehen,
damit sie regelmäßig Nasenkontakt aufnehmen, also sich beschnuppern,
an den Geruch und das Aussehen des anderen gewöhnen können.
B)Um sie besser an den Geruch des anderen zu gewöhnen sollten sie beide
im selben Sandbad bade. Wenn es möglich ist sollest Du also ruhig den
Sand etwas "durchziehen" lassen und nicht gleich wechseln....
(Iiiiiiihhhhh...aber trotzdem).
Meine Gizmo hatte anfangs ihren Partner Speedy (den sie nicht riechen konnte)
angepieselt. Erst als er so richtig pudelnass und bedröppelt vor ihr saß und
ganz nach ihrer Pipi roch, da hat sie ihn akzeptiert.
Spikie hatte in dem Zusammenhang auch schon mal den guten Vorschlag gebracht,
mal das neue Tier mit Urin des "Platztieres" aus Sandbad oder der "Pinkelecke"
einzureiben.
C) Jeden Tag den beiden gemeinsam in einem neutralen Bereich etwas länger Auslauf geben.
Immer wenn sie sich beißen wieder trennen und in den Käfig zurück und am nächsten Tag wieder versuchen,
so lange bis sie sich nicht mehr anfeinden.
Am besten Kartons, Äste, Kabbereien und diverse Spielzeuge sowie Versteckmöglichkeiten im Zimmer
jeden Tag anders/neu anordenen. So sind beide erst mal etwas abgelenkt und damit beschäftigt
alles neue zu erkunden. Auch hat das "alte" Chinnie damit etwas seinen Heimvorteil verloren.
Bei den "Freigängen" ist unbedingt Ausicht erforderlich, denn die Chinnies werden gegenseitig
ihre Kaefige auskundschaften, vom Futter des anderen naschen, des anderen Sandbad austesten...
und dabei kann es schon mal zu "Reibereien" kommen.
D) Nach dem Auslauf Nicht in den eigenen Käfig zurück sondern jeden Tag die Käfige der beiden
tauschen, damit sie sich an den Geruch der anderen gewöhnen.
E) Die alten Lieblingsspielzeuge und Schlafhäuschen (die das Weibchen als seinen Besitz ansieht) vorerst
mal entfernen. Stattdessen Pappkartons als Schlafhaus anbieten und immer wieder wechseln im so das
territoriale Verhalten zu reduzieren.
F) Beide gleichmäßg mit Leckerlies versorgen (keinen bevorzugen).
So müßte sich allmählich eine Gewöhnung der beiden aneinander erfolgen.
Sobald erst einmal beide freiwillig und friedlich am ende der Auslaufzeit
einen Käfig beziehen und eine WG bilden ist alles klar.
Als ein sehr positive Zeichen zu werten wäre es auch, wenn das Männchen
das Weibchen zart am Augen und Ohrenfell beknabbert (sie das zuläßt). Dies gilt als
ausdrücklicher Liebesbeweis zwischen den Partnern (manchmal auch zum Menschen).
Mein Tip an Dich:
Tief durchatmen, relaxen und die Sache nun langsam angehen lassen !
Die beiden abends gut beobachten und nur falls unbedingt nötig jetzt noch
eingreifen.
Im Falle einer blutenden aber nicht berohlichen Verletzung wie folgt verarzten:
-Wunde 2 x täglich desinfizieren mit Kodan forte (aus der Apotheke) o. ä.
- ggf. Bephanthen Wundheilsalbe draufstreichen
- bei offener Wunde kein Sandbad wegen Infektionsgefahr
Und ich drücke gaaaanz fest die Daumen.
Es wird schon klappen !
Marion